John Riggs - The Brown Hornet

John Riggs – The Brown Hornet

(Dies ist eine unabhängige Rezension. Ich habe das Produkt selbst bezahlt, es jahrelang unter realen Bedingungen verwendet, und sein Schöpfer hat mich nicht gebeten, diese Rezension zu schreiben.)


Ich werde oft nach einer Empfehlung für ein gutes Impressionsgerät gefragt. Deshalb möchte ich meine Erfahrungen mit John Riggs’ Brown Hornet teilen. Ich besitze und benutze ihn seit Jahren und werde meine persönliche Meinung, meine Verwendung von Johns Gerät und einige Ideen, die ich damit entwickelt habe, ausführlich schildern. Hoffentlich hilft Ihnen das bei einer fundierten Entscheidung.

Sehen wir uns zunächst der Reihe nach an, was John auf seiner eigenen Website über den Brown Hornet schreibt:

„Bitte beachten Sie, dass es je nach meinem Auftrittskalender gelegentlich – wenn auch selten – bis zu zwei Wochen dauern kann, bevor ich Ihre Bestellung bearbeiten kann.“
Als ich das zum ersten Mal las, befürchtete ich, dass Fertigstellung und Lieferung meiner Bestellung ewig dauern würden. Tatsächlich ging es ziemlich schnell. John lebt in den USA, und ich lebte damals im australischen Sydney. Ich schrieb ihm eine E-Mail, um mich zu vergewissern, dass eine Lieferung ans andere Ende der Welt möglich war. Er bestätigte dies, ich bestellte und erhielt das Paket innerhalb eines vollkommen akzeptablen Zeitraums. Meiner Meinung nach wäre es ohnehin verrückt, solches professionelles Zubehör „in aller Eile“ für eine Show zu bestellen, die in ein paar Wochen stattfindet. Jede Ergänzung des professionellen Repertoires – ob Präsentation, Griff, Skript oder Hilfsmittel – erfordert grundlegendes Training und Proben. Johns angekündigte „Verzögerung“ sehe ich daher nicht als Problem.

„Das natürlichste, praktischste und unverdächtigste Impressionsbrett, das je entwickelt wurde.“
Genau das weckte ursprünglich mein Interesse. Zum ersten Mal sah ich Johns Gerät bei meinem Freund Sean Taylor, einem australischen Mentalisten. Es wirkte vollkommen harmlos und normal. Der Grund ist einfach: Nach Johns eigenen Worten rüstet er ein handelsübliches Klemmbrett mit einer Technik zum Erfassen von Eindrücken nach. Es sieht normal aus, weil es ursprünglich normal war.
Was als normal gilt, kann sich von Land zu Land unterscheiden, weil die jeweiligen Bezugspunkte verschieden sind. Ich habe den Brown Hornet in Australien, Europa, Kanada und den USA eingesetzt, ohne dass das Hilfsmittel je seltsam wirkte. Seine Normalität ist also ziemlich international.

„Sie können die Information in weniger als einer Sekunde peeken.“
Es stimmt: Der Zugriff auf die Information braucht praktisch keine Zeit. Wie lange Sie benötigen, um sie zu erkennen, hängt natürlich von Menge und Komplexität dessen ab, was der Zuschauer geschrieben oder gezeichnet hat. Bei einer einfachen Zeichnung sind Sie blitzschnell fertig.

Außerdem lässt sich das Gerät recht schnell resetten, ohne Werkzeug oder Materialwechsel. Der Reset muss allerdings verdeckt erfolgen – etwa hinter einem Stuhl, an einem Aktenkoffer, hinter der Bühne oder während Sie sich umdrehen.

„Unter echten Auftrittsbedingungen äußerst langlebig.“
Da John sein Brett auf einem echten Holzklemmbrett aufbaut, ist es tatsächlich sehr robust. Meines wurde in einer Schutzhülle geliefert, die vor gewöhnlichen Kratzern und Stößen schützt. Ich bin oft damit gereist; es wurde herumgetragen, in Taschen gequetscht und ganz normal behandelt, und funktioniert weiterhin einwandfrei. Nennenswerte bewegliche Teile gibt es nicht. Wenn Sie Johns Handhabungshinweise befolgen, ist die Gefahr eines Defekts daher praktisch nicht vorhanden.
Außerdem soll es schließlich wie ein echtes Klemmbrett aussehen und muss nicht jederzeit makellos sein. Holz altert; ein paar Kratzer, falls überhaupt vorhanden, lassen niemanden ein besonderes Gerät vermuten.

„6 × 9 Zoll“
Das sind 152,4 × 228,6 mm, falls Sie nicht in den USA, Liberia oder Myanmar leben. Außerdem ist es nur 3,93 mm dünn (0,1545 Zoll). Das Brett ist dünn, doch seine Stärke steht in einem natürlichen Verhältnis zu Breite und Länge, sodass auch hier nichts verdächtig wirkt.


„Dies ist keine magnetische Detektionsfolie, für die ein Magnetstift benötigt wird. Sie können mit jedem beliebigen Schreibgerät schreiben.“
Das ist einer der großen Vorteile von Johns System: Ein spezieller Stift ist nicht nötig. Ich verwende Kugelschreiber. Je trockener, spitzer und schlechter, desto besser, denn mit einer harten, spitzen Mine wird der Eindruck am deutlichsten.

Auch Kohlepapier wird nicht benötigt.

„[Das System] deckt den größten Teil der Innenfläche ab. Daher ist die gesamte Oberfläche des Bretts aktiv.“
Ich lege ein Blatt im Format A5 auf das Brett; das ist perfekt. Sofern Sie das Publikum nicht ausdrücklich auffordern, es Ihnen schwerzumachen, wird niemand direkt am Rand des Blattes oder Bretts schreiben oder zeichnen. Sie erhalten daher stets einen vollständigen Eindruck.

„Der Brown Hornet kann zur Informationsbeschaffung in der Pre-Show oder in Echtzeit während der Show eingesetzt werden. Während einer Show haben Sie deutlich mehr Kontrolle über die Freiwilligen aus dem Publikum und müssen sich keine Sorgen machen, dass jemand die Vorderseite des Bretts ablösen möchte.“
Ich habe den Brown Hornet nie für eine Pre-Show verwendet. Nicht, weil er dafür ungeeignet wäre, sondern weil ich nie Pre-Shows gemacht habe. Würde ich eine durchführen, würde ich den Brown Hornet bedenkenlos einsetzen.
John bietet außerdem eine verriegelbare Version namens Cicada an. Sie ist der Zwilling des Brown Hornet: gleicher Preis, gleiches Aussehen, gleiches Impressionssystem. Der Cicada ist jedoch vollständig verriegelt; selbst der gründlichste Zuschauer kann ihn nicht öffnen. Sie selbst schaffen es in weniger als 15 Sekunden. Wegen der Verriegelung eignet er sich besonders für Pre-Show-Arbeit. Ich verstehe, warum der Cicada in bestimmten Umgebungen sinnvoll ist, würde dem Brown Hornet aber auch in einer Pre-Show-Situation vollkommen vertrauen.

Seit mehr als zehn Jahren verwende ich den Brown Hornet für meine Weinverkostungsroutine, die in meinen Seminarnotizen und in meiner Penguin-LIVE-Lecture beschrieben ist. Die Zuschauer schreiben einen gedachten Wein auf – auf Wunsch auch Weingut und Jahrgang –, und ich präsentiere anhand ihrer Gedanken eine Geschmackspsychometrie. Das bedeutet, dass ich manchmal sehr viel auf einem einzigen Brett lesen muss. Ein Zuschauer könnte beispielsweise schreiben: „Saint Clair Sauvignon Blanc 2011“. Da ich diese Routine weltweit aufgeführt habe, erhalte ich immer wieder neue Angaben, nicht stets in meiner Sprache, und die Handschriften unterscheiden sich stark. Dennoch konnte ich mit dem Brown Hornet immer erkennen und verstehen, was geschrieben worden war.
Ich lese das Gerät vor aller Augen, während ich die Bretter zurück in den Koffer an der Seite meines Auftrittsbereichs lege. Außerdem habe ich mehrere begründete Momente eingebaut, in denen ich zum Koffer zurückkehre, um etwas herauszunehmen. So habe ich mindestens drei Gelegenheiten für einen zweiten Blick.

„In der ausführlichen beiliegenden Anleitung werden mehrere Peeks beschrieben; zahlreiche weitere Handhabungen sind auf der Tutorial-DVD zum Brown Hornet enthalten.“
Die DVD dauert eineinhalb Stunden. John beschreibt die Entstehung seiner Kreation, ihre Funktionsweise und korrekte Verwendung sowie hilfreiche Varianten und Peek-Techniken.

Zusammenfassend empfehle ich John Riggs’ Brown Hornet uneingeschränkt, wenn Sie eine erschwingliche, langlebige, wirksame und täuschende Lösung für Pre-Show und das Live-Lesen von Eindrücken suchen. Sie finden ihn hier.
Ich habe bei John außerdem einige normale Klemmbretter gekauft. Sie passen perfekt zum Brown Hornet und kosten nur etwa ein Zehntel so viel. Sie finden sie hier.

 

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Neben der Verwendung für meine Weinverkostungsroutine brachte mich das Hilfsmittel auf einige ungewöhnliche Einsatzideen, die ich hier mit Ihnen teilen möchte. Ich werde nicht auf die Besonderheiten von Johns System eingehen; wahrscheinlich lassen sich diese Ideen sogar mit jedem ähnlichen Impressionsgerät umsetzen.

Die Liste
Stellen Sie sich ein Blatt vor, auf dem eine Top-10-Liste von Musikkünstlern gedruckt ist. Sie geben die Liste einer Person und bitten sie, ihre Top 3 festzulegen, indem sie vor ihre Auswahl die Zahlen 1, 2 und 3 schreibt. Das Ergebnis könnte so aussehen:


Die Person behält die Liste, und Sie erhalten das Klemmbrett zurück. Nun können Sie ihre Top 3 enthüllen.

Methode
Dafür ist nur eine kleine Vorbereitung nötig. Drucken Sie die Liste zweimal aus. Legen Sie das erste Exemplar auf Ihr Brett und schreiben Sie die Namen der Künstler über die jeweiligen gedruckten Namen. Dadurch wird Ihre Schrift im Inneren des Bretts dupliziert.

Entfernen Sie nun dieses Exemplar – Sie können es als Vorlage für spätere Vorführungen behalten – und ersetzen Sie es durch das zweite. Geben Sie es einer Person, damit sie ihre Top 3 einträgt. Sobald Sie das Brett ohne das Blatt zurückerhalten, öffnen Sie es einfach. Sie sehen dann die von Ihnen geschriebenen Namen und daneben die Platzierungen des Zuschauers.

Die Grundidee besteht darin, einige Informationen vorab zu duplizieren und den Zuschauer anschließend seinen Teil ergänzen zu lassen. Ihre Vorbereitung kann eine Liste sein, eine Voodoo-Silhouette, auf der der Zuschauer Bereiche markiert, ein Monatskalender, auf dem er einen Tag auswählt und eine Aktivität einträgt, und so weiter.

 

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Die Überlagerung
Diese Idee leitet sich von der vorherigen ab.
Sie geben einer Person ein Klemmbrett. Auf einer Liste mit sieben Lebensmitteln kreuzt sie das Kästchen bei ihrem Lieblingsessen an. Danach nimmt sie ihr Blatt ab und gibt das Brett einer zweiten Person. Diese soll eine beliebige Uhrzeit wählen, zu der sie dieses Essen verzehren würde, und zeichnet dafür eine Uhr auf ihr Blatt. Anschließend nimmt auch sie ihr Blatt ab, und Sie erhalten das Klemmbrett zurück. Nun können Sie sowohl das Essen als auch die Uhrzeit enthüllen.

Methode
Die Lösung steckt im Titel: „Überlagerung“. Nicht alle Informationen werden im selben Bereich geschrieben oder gezeichnet.
Drucken Sie auf ein Blatt sowohl eine Liste mit sieben Lebensmitteln als auch ein Zifferblatt. Drucken Sie auf ein zweites Blatt nur die Liste und auf ein drittes nur das Zifferblatt. Legen Sie das erste Blatt auf das Klemmbrett und duplizieren Sie die anzukreuzenden Kästchen, vielleicht zusammen mit den Anfangsbuchstaben der Lebensmittel. Duplizieren Sie anschließend das Zifferblatt.

Entfernen Sie dieses erste Blatt – Sie können es als Vorlage für spätere Vorführungen behalten. Legen Sie das Blatt mit dem Zifferblatt auf das Klemmbrett und darauf das Blatt mit der Liste.
Geben Sie alles dem ersten Zuschauer. Er kreuzt ein Kästchen an, wählt damit sein Lieblingsessen und behält anschließend sein Blatt.
Der zweite Zuschauer nimmt das Klemmbrett, zeichnet eine Uhrzeit auf das Zifferblatt und behält dann ebenfalls sein Blatt.
Wenn Sie das Brett öffnen, um die Information zu erhalten, verraten Ihnen das angekreuzte Feld und das Zifferblatt alles, was Sie wissen müssen.

 

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Mit beiden Ideen können Sie verschiedene Informationen auf demselben Brett sammeln, ohne resetten zu müssen oder sich um überlappende Schrift zu sorgen. Die Beispiele sind recht einfach, sodass Sie wahrscheinlich auch ohne Vorabduplikation auskämen. Bei komplizierteren Auswahlmöglichkeiten hilft sie jedoch dabei, bestimmte Bereiche auf dem Brett festzulegen.

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