Secret Magic Talk - Pi Max

Secret Magic Talk - Pi Max

Secret Magic Talk

Ingo Oschmann, Andreas Fleckenstein und Alexander Lehmann besprachen meine Pi Max-Gedächtnisroutine in ihrem deutschen Podcast „Der Secret Magic Talk“. Hier ist eine Zusammenfassung des Segments:

***

Der letzte Abschnitt beginnt mit einer Frage: Was ist der Weltrekord für das Auswendigaufsagen der Nachkommastellen von Pi?
Sie nennen den japanischen Gedächtniskünstler Akira Haraguchi, der 2006 innerhalb von etwa sechzehn Stunden 100.000 Stellen von Pi rezitierte. Die Moderatoren finden diese Leistung zugleich absurd und faszinierend. Pi, so stellen sie fest, ist eine jener Zahlen, denen fast jeder in der Schule begegnet und die im Alltag kaum eine Rolle spielt, die aber dennoch eine besondere Faszination ausübt.
Genau hier kommt Vincent Hedans Pi Max ins Spiel. Laut den Moderatoren ermöglicht die Routine dem Vorführenden, diese scheinbar „freakige“ Gedächtnisleistung überzeugend auf die Bühne zu bringen. Es geht zwar „nur“ um 17.000 Stellen statt um 100.000, aber sie scherzen, dass das für die meisten Zuschauer wohl mehr als genug sein dürfte.
Pi Max wird als sorgfältig konstruierte dreiphasige Routine beschrieben. Der Vorführende zeigt ein kleines Buch voller Nachkommastellen von Pi und behauptet, diese auswendig gelernt zu haben.
In der ersten Phase schlägt der Zuschauer das Buch an einer beliebigen Stelle auf und nennt lediglich die Seitenzahl. Der Vorführende kann sofort die ersten auf dieser Seite gedruckten Ziffern nennen.
In der zweiten Phase wird die Herausforderung deutlich größer. Der Zuschauer öffnet das Buch irgendwo, ohne dass der Vorführende die Seite kennen muss, und liest fünf aufeinanderfolgende Ziffern vor. Von genau dieser Stelle aus kann der Vorführende die Zahlenfolge weiterrezitieren – und theoretisch so lange fortfahren, wie er möchte.
Die dritte Phase wird von den Moderatoren als besonders stark beschrieben. Der Zuschauer nennt seinen Geburtstag, zum Beispiel den 26. Januar, dargestellt durch die Zahlenfolge 2601. Der Vorführende kann dann genau angeben, auf welcher Seite, in welcher Zeile und an welcher Position diese Folge im Buch zu finden ist. Die Routine endet somit nicht nur mit einer weiteren Gedächtnisdemonstration, sondern mit etwas, das unmittelbar mit dem Zuschauer verbunden ist.
Die Moderatoren kennen mehrere Künstler, die Pi beziehungsweise Pi Max tatsächlich in ihren Shows vorführen. Mindestens drei werden erwähnt, die die Routine erfolgreich auf der Bühne einsetzen. Gerade weil das Ganze wie eine extreme Gedächtnisleistung wirkt, komme es beim Publikum sehr stark an. Einer der Moderatoren hält den Effekt zunächst für etwas abstrakter als eine klassische Gedächtnisdemonstration, lässt sich aber davon überzeugen, dass er im richtigen Kontext – etwa in einer Mentalismus-Show oder einer Präsentation über Zahlen, Mathematik oder Gedächtnis – hervorragend funktioniert.
Anschließend sprechen sie über die Entwicklung der Methode. Hedan veröffentlichte das Grundkonzept erstmals 2010 und brachte um 2015 eine weitere Version heraus. Frühere Fassungen erforderten, dass der Vorführende ein memoriertes Spiel beherrschte. Pi Max bietet nun eine Version, bei der das nicht mehr notwendig ist. Stattdessen müssen lediglich zehn englische Wörter auswendig gelernt werden, die in etwa wie ein kurzes Gedicht aufgebaut sind. Die Moderatoren halten das für überraschend unkompliziert: Wer diese zehn Wörter beherrscht, kann alle zuvor beschriebenen Haupteffekte vorführen.
Eine weitere Neuerung sind einzelne Seiten mit Fakten über Pi. Sie machen das Buch optisch und inhaltlich abwechslungsreicher und liefern zugleich fertiges Präsentationsmaterial – zum Beispiel die Geschichte von Akira Haraguchi. Auch die Fakten selbst können in zusätzliche Effekte einbezogen werden.
Sie erwähnen außerdem eine Art Lügendetektor-Test: Der Zuschauer nennt fünf Ziffern und verändert anschließend eine davon. Der Vorführende kann erkennen, welche Ziffer geändert wurde.
Laut Podcast gehören zum Lieferumfang das kleine Buch, eine schriftliche Anleitung und der Zugang zu einem Online-Lerntool, mit dem die verschiedenen Phasen geübt werden können. Entscheidend ist für die Moderatoren, dass Pi Max nicht nur eine clevere Methode, sondern eine vollständige Routine ist, die tatsächlich für die Vorführung konzipiert wurde.
Besonders deutlich wird ihre Meinung, als sie Pi Max mit einem anderen Pi-Buchtest vergleichen, der auf einer App basiert. Diese Alternative erscheint ihnen unnötig kompliziert. Vor allem die Geburtstagsphase von Pi Max überzeugt sie: Der Zuschauer nennt einfach einen Geburtstag, und der Vorführende weiß sofort, wo die entsprechende Zahlenfolge steht. Es ist nicht nötig, zuvor Informationen in eine App einzugeben.
Ihre Meinung ist eindeutig: Hedans Methode gefällt ihnen deutlich besser. Pi Max wird als ausgesprochen starker Effekt beschrieben und fast als eigene Sparte der Zauberkunst, weil das Publikum keinen klassischen Trick wahrnimmt, sondern vielmehr eine außergewöhnliche menschliche Fähigkeit.
Einer der Moderatoren vergleicht diese Wirkung mit anderen Demonstrationen, die er selbst vorgeführt hat, darunter ein magisches Quadrat und Arbeit mit einem memorierten Spiel. Sobald Zuschauer glauben, eine echte geistige Leistung zu erleben, sagt er, gewinnt die Vorführung eine zusätzliche Wirkungsebene.
Daraus entwickelt sich eine kurze, scherzhafte moralische Diskussion: Schließlich ist die erstaunliche Gedächtnisleistung bei Pi Max nicht wirklich das, was sie zu sein scheint. Als möglichen Kompromiss schlagen sie vor, wenigstens fünfzig oder sechzig echte Stellen von Pi auswendig zu lernen.
Auf die Frage, ob einer von ihnen Vincent Hedans Routine persönlich vorgeführt habe, lautet die Antwort: ja. Er hat sie im Zusammenhang mit einem Gedächtnisworkshop eingesetzt. Der andere Moderator scherzt, dass er den Teilnehmern damit eine gewaltige Gedächtnisleistung vorgespielt habe, obwohl er selbst tatsächlich nur einen kleinen Teil der Ziffern kannte – „fast wie ein Mentalist“.
Das abschließende Urteil ist erneut sehr klar. Wenn sie zwischen Pi Max und der in der Folge besprochenen App-basierten Alternative wählen müssten, würden sie sich für Pi Max entscheiden. Mehrere Produkte verfolgen im Grunde dasselbe Ziel, sagen sie, also solle man einfach die beste Lösung wählen. Ihrer Ansicht nach ist Pi Max sehr wahrscheinlich genau diese Lösung.

***

Den vollständigen Podcast auf Deutsch können Sie hier anhören:
Lets Cast
https://letscast.fm/sites/secret-magic-talk-f757ed02/episode/bis-zur-unendlichkeit-und-noch-viel-weiter-darauf-ein-standing-ovation

Apple
https://podcasts.apple.com/fr/podcast/secret-magic-talk/id1574030695?i=1000624325802

Zurück zum Blog